Gavotte

Gavotte en Rondeau

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Ich mochte es ganz besonders, mich auf der anderen Seite der Gasse auf den Hydranten zu setzen, um von dort aus seiner Kunst zu lauschen, um seinen flinken Bogen zu bestaunen, wie er bald zärtlich weiche Töne aus den Saiten streichelte, bald hart am Steg strenge Akkorde kratzte, um dann in schelmischem Spiccato über die Oktaven zu hüpfen und zu tanzen. Eine Viertelstunde saß ich da, ab und an eine halbe, selten länger. weiter lesen >

prete

Azzurra

Alberigo Tuccillo Literatur 2 Kommentare

Vor diesem grauen Hintergrund zogen sich die kaum sichtbaren Drähte der Telefonleitungen, auf denen sich Abertausende von Vögeln versammelt hatten. Das Bild erinnerte Don Luigi an Notenlinien einer Partitur. Einer düsteren Partitur.
— «Das DIES IRÆ», sagte er zu sich, während er gekrümmt vor Anstrengung seinen schweren Koffer zum Bahnhof schleppte, «es ist das DIES IRÆ». weiter lesen >

Spaccanapoli

Weihnacht in Spaccanapoli

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Inzwischen war Giuseppe, ohne sich gewahr zu werden, dass er eine Viertelstunde gelaufen war, vor seinem Haus angekommen. Er hielt einen Augenblick inne, weil er merkte, wie geräuschvoll sein Atem ging. Er musste seine Fassung und seine Ruhe gänzlich zurückerlangen, bevor er eintreten und seine Lieben umarmen würde. Im Übrigen musste er noch die richtigen Worte finden, um ihnen das Fasten zu erklären, das ihnen auferlegt sein würde. weiter lesen >

Vom Dringen und Drängen

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Ohne den Sachverhalt methodisch untersucht zu haben, habe ich den Eindruck, dass im allgemeinen Sprachgebrauch die Sensibilität für die Unterscheidung zwischen Kausativ und Faktitiv nachlässt. Die Linguistik kann solche Entwicklungen nur zur Kenntnis nehmen und allenfalls Empfehlungen geben. Ob diese Empfehlungen schließlich ins Bewusstsein der Sprecherinnen und Sprecher dringen oder bloß drängen, liegt nicht in ihrer Macht. weiter lesen >

ʼO SOLE MIO

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Es gibt offenbar einige Irrtümer zu berichtigen über das wohl berühmteste, aber so häufig wie kaum ein anderes missverstandene neapolitanische Lied. Zum schlechten Ruf der vermeintlichen Schnulze wird wohl allein schon die nicht auszumerzende falsche Schreibung des Titels beigetragen haben! …

Algorithmus

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Algorithmen braucht man zum Katalogisieren und Einordnen von Büchern in einer Bibliothek, von Akten der Polizei und des Steueramts, zum Verschlüsseln von Nachrichten, zum Knacken von Verschlüsselungen, zum Spielen mit dem Rubik-Würfel, zum Dosieren von Medikamenten, zum Erstellen von Wettervorhersagen und letztlich ist jedes Computerprogramm ein System von hierarchisch strukturierten Algorithmen, die von übergeordneten Algorithmen verwaltet werden. weiter lesen >