Vom 1. Mai bis zum 3. Oktober sind mittwochs, sonntags und feiertags in Kassel jeweils die berühmten Wasserspiele zu sehen. Diese Wasserspiele funktionieren seit über 300 Jahren nach dem gleichen Prinzip: Durch die Ausnutzung physikalischer Gesetze und ohne den Einsatz von Pumpen fließen die Wassermassen vom Fuß des Herkules bis zum Schlossteich. Durch eine planvolle Inszenierung wird dadurch die Urgewalt des Wassers zum Ausdruck gebracht.
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Das Wasser sprudelt über die Kaskaden, den Steinhöfer Wasserfall, die Teufelsbrücke und fällt über das Aquädukt und die Peneuskaskaden hinab zum Schlossteich. Hier lässt der Wasserdruck die ‹Große Fontäne› über fünfzig Meter in die Höhe schießen. Dieses Schauspiel ist Abschluss und Höhepunkt der Wasserspiele. Jedes Wasserbild wird jeweils für ungefähr zehn Minuten inszeniert.
Die Faszination der Wasserspiele ist zu einem wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, dass die Inszenierung heute noch technisch funktioniert wie zur Zeit der Landgrafen und Kurfürsten. 750 m³ Wasser durchlaufen bei jeder Vorstellung allein durch natürlichen Druck alle Stationen.
Das Schloss Wilhelmshöhe wurde unter Landgraf Wilhelm IX. ab dem Jahr 1786 in mehreren Etappen erbaut. Zuvor hatte bereits ein Augustinerkloster und später ein Jagdschlösschen an gleicher Stelle gestanden. Vor allem der mittlere Teil des Schlosses wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Zwischen 1968 und 1974 wurde das Gebäude wiederaufgebaut und für eine museale Nutzung umgestaltet.
Heute sind im Schloss Wilhelmshöhe eine Antikensammlung, die Gemäldegalerie Alte Meister, die Graphische Sammlung und eine Bibliothek untergebracht. Darüber hinaus bietet das Museum Platz für Sonderausstellungen. Schlossräume im engeren Sinne sind im Weißenstein-Flügel zu besichtigen.
Warum Herkules und wer war dieser Mythos?
Die Landgrafen von Hessen in Kassel wollten in der mythologischen Figur des Herkules ihre absolutistischen Herrschaftsansprüche unterstreichen. Herkules, Deutsch für Lateinisch ‹Hercules›, seinerseits für Griechisch ‹Ἡρακλῆς› [Hēraklḗs], ist ein Heros in der griechischen und der römischen Mythologie. Gemäß verschiedener Sagen, die sich um den Halbgott ‹Herakles› beziehungsweise ‹Herkules› ranken, war er der Sohn Zeus’ (oder Jupiters) und der ‹Ἀλκμήνη› [Alkmene] (die Starke), Lateinisch ‹Alcumena›, die von Hesiod als hochgewachsene unübertreffliche Schönheit beschrieben wird, die zudem klug war wie keine andere sterbliche Person. Herakles oder Herkules besaß nach der Mythologie übermenschliche Kräfte und war unbesiegbar.





