In einer schönen Waldlichtung, weit weg von allen Häusern der Menschen, lag ein Tümpel, in dem viele Arten von Wassertieren lebten und sich vergnügten: Fische, Schildkröten, Krebse, Frösche, Enten und Libellen.
Alle waren sehr glücklich, lachten und sangen den ganzen Tag. Zu essen gab’s für alle genug, und das Wetter war immer schön, denn den Wassertieren war es sowieso egal, ob es regnete oder nicht. Alle spielten bei jedem Wetter miteinander und hatten es gut.
Alle, bis auf Quäk, ein kleiner trauriger Krosch, der mit niemandem spielen konnte, weil alle immer sagten: «Ha! Mit einem Krosch spielen wir nicht!»
So war Quäk, der kleine traurige Krosch, immer allein und hätte am liebsten den ganzen Tag geweint.
«Ein Krosch?», wirst du fragen, «was ist denn ein Krosch?»
Nun, das sage ich dir noch nicht. Du wirst es aber bald erfahren.
Eines Morgens kam aus dem Wald eine lustige Gestalt, die fast gleich aussah wie Quäk. Sie hieß Quak. Sie ging auf Quäk zu, sagte: «Ich heiße Quak. Hast du vielleicht Lust, mit mir zu spielen?»
«Nichts lieber als das!», sagte Quäk, «ich heiße Quäk.»
Ohne einander zu fragen, warum und wieso, begannen die beiden sofort miteinander zu spielen, und spielten den ganzen Tag, bis es Abend wurde.
Als die Sonne unterging, sagte Quak: «So, ich glaube, dass ich zurück in den Wald sollte. Wenn ich morgen wiederkomme, spielst du dann noch mal mit mir?»
«Ja sicher», sagte Quäk, «mir ist’s sogar recht, wenn du jeden Tag kommst. Aber du hast bestimmt noch andere Freunde im Wald, mit denen du spielen möchtest.»
Quak wurde plötzlich etwas traurig und sagte: «Ach was, niemanden habe ich. Die Tiere im Wald sagen immer: “Ha! Mit einer Fröte spielen wir nicht!”, so bin ich immer traurig und allein und würde am liebsten den ganzen Tag weinen.»
«Genau wie ich», antwortete Quäk, «mit mir will auch niemand spielen. Aber sag mal: eine Fröte? Bist du eine?»
«Ja», sagte Quak, «und du?»
«Ich bin ein Krosch.»
Da erklärten sie einander, dass ein Krosch ist, wenn der Vater ein Frosch war und die Mutter eine Kröte, und dass eine Fröte ist, wenn die Mutter ein Frosch war und der Vater eine Kröte. Dann sagten sie einander gute Nacht und träumten bis am andern Tag voneinander und von den Spielen, die sie zusammen noch erfinden würden.
Von da an trafen sich Krosch und Fröte jeden Tag im Wald oder am Tümpel und hatten’s gut miteinander, bis sie vergaßen, welches der genaue Unterschied ist zwischen einem Krosch und einer Fröte. Aber das war ja egal, denn sie nannten einander sowieso nur Quäk und Quak.
Das Lustige aber ist, dass die andern Tiere im Wald und am Tümpel, als sie sahen, wie schön es Krosch und Fröte miteinander hatten, plötzlich auch mitspielen wollten.
Sie behaupteten sogar, sie hätten nie etwas gegen Krösche und Fröten gehabt und alle Tiere seien doch im Grunde gleich.
Quäk und Quak sahen einander an, schmunzelten und sagten: «Aber natürlich, spielt nur mit.»
Sie spielten fortan mit allen Tieren, hatten einander aber immer noch am liebsten.


Kommentare 4
Wunderschön! Da möchte man direkt noch mal Kind sein…
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Wir sind ja bewusst und vorsätzlich auch ein bisschen Kinder geblieben! Nicht wahr?
Eine wunderschöne Geschichte, die ich gerne meiner Enkelin erzählen werde.
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Das freut mich riesig!