Gedichte im Netz

Alberigo Albano Tuccillo im Literaturhaus Basel, 2019
 

GEDICHT

Ergo

Noch bin ich,
also denke ich.
Und wie ich denke,
kurz und gut,
nur so vor mich hin –
aus keinem andern Grund,
als dass ich eben gerne
denke und bin,
und bin und denke –,
da denk‘ ich manchmal auch –
so bin ich halt –,
dass ich vielleicht
bloß denke,
dass ich bin.


 

GEDICHT

Verlässlich

Wenn sich meine Wege kreuzen,
ich mich ins Schwarze treffe,
stirnfaltig nach mir blicke
und in Flagranti
beim Leben mich erwische,
bin ich ganz bei meinem Trost,
dass ich mich nie verlassen habe,
worauf auch immer.


 

GEDICHT

Zuversichtlich

Du weilst in all den Städten,
wo ich tausendmal nicht war,
wo kopflose Brücken
über alte Flüsse fließen,
in denen ich ertrank.
Du führst und suchst
mich heim,
nimmst mir den Stein
vom Halse und vom Herzen und malst
in meinem Kartenhaus die Engel an die Wand.


 

GEDICHT

Die Zeit

Gestern noch…,
sag ich,
und morgen schon…,
sag ich,
die Zeit…,
nickst du,
vergeht
im Nu.
Wie wahr,
wie klar.
Denn morgen schon…,
sagst du,
und gestern noch… —
vielleicht,
wir machen’s
uns nicht leicht,
doch war es nicht…?
Dann löschen wir
das Licht.


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