Linguistische Amuse-Bouche 76 bis 80

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache

Die Metapher ersetzt nicht das Gemeinte durch ein konventionelles Zeichen, sondern nennt das Gemeinte, ohne es zu ersetzen, mit einem unkonventionellen Wort oder mit mehreren unkonventionellen Wörtern, wodurch eine Spannung entsteht und die Lesenden oder Zuhörenden sich die Frage stellen müssen: Warum wird dieser Gegenstand, dieser Sachverhalt, diese Person mit einem nicht konventionellen Wort bezeichnet? Warum wird das ‹Alter› hier ‹Abend› genannt? Warum steht in diesem Text ‹wir sitzen alle im selben Boot›, wo doch gar niemand in einem Boot sitzt? weiter lesen >

Linguistische Amuse-Bouche 66 bis 70

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache, Wissenschaft

Einige schrieben von links nach rechts, andere von rechts nacht links. Am verbreitetsten war das sogenannte ‹Bustrophedon› (so, wie die Ochsen pflügen), das heißt: erste Zeile von links nach rechts, zweite von rechts nach links, dritte wie die erste und vierte wie die zweite… — an sich schon schwierig genug; aber die meisten Texte sind Fragmente! Und wie zum Kuckuck weiß ich, ob das, was ich grad vor mir habe, eine zwölfte oder eine dreizehnte Zeile ist? Und wie weiß ich, ob der Schreiber von links nach rechts oder umgekehrt angefangen hat? weiter lesen >

Linguistische Amuse-Bouche 61 bis 65

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache, Wissenschaft

Ungefähr tausend Jahre nach Harald Blauzahn, nämlich 1997, war der Ingenieur Jim Kardach, der maßgeblich an der Entwicklung des besagten Industriestandards beteiligt gewesen war, so sehr von König Blauzahns Vereinigung Dänemarks und dessen Aufstieg zur Großmacht beeindruckt, dass er gleichsam eine Analogie zu seiner eigenen technologischen Erfindung sah, dass er sie ‹Bluetooth› nannte und des Königs Monogramm als Symbol dafür vorschlug. weiter lesen >

Linguistische Amuse-Bouche 56 bis 60

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache

Hey Jude, don’t make it bad, take a sad song and make it better. Remember to let her into your heart, then you can start to make it better… better… better… — Ich habe den Text heute noch mit dem Verstand genauso wenig verstanden wie Gianna Nanninis ‹…fammi l’amore, forte, sempre più forte come fosse l’America…›, aber beide Texte bringen mich zum Weinen! Vielleicht ist das, was Blaise Pascal mit dem Satz meinte: ‹Le cœur a ses raisons que la raison ne connaît point.›. weiter lesen >

Linguistische Amuse-Bouche 51 bis 55

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache

Tabuisierungen gibt es in allen Sprachen und man trifft sie, je nach Kultur, vor allem im Bereich der Religion, der Sexualität, des Todes, schwerer Krankheiten, Seuchen und des Unheimlichen, Dämonischen an. Man kennt Aussagen wie ‹Frau Doktor, ich habe unten Schmerzen›, wenn man nicht die Füße meint, ‹Unser lieber Großvater ist heimgegangen›, wenn er die Adresse zum allerletzten Mal geändert hat, ‹Sie haben sich näher kennengelernt›, wenn der Abstand zwischen ihnen vorübergehend auf einen negativen Betrag geschrumpft ist, ‹Es sieht nicht gut aus›, wenn man über die Formulierung der Bestattungsanzeige nachdenkt, ‹Gottfried Stutz!›, wenn man eigentlich einen andern Herrn als Herrn Stutz meint und dergleichen. weiter lesen >