Amuse-Bouche 97 bis 100

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache, Vermischtes

Aber die Geschichte, die ich heute erzählen will, handelt zwar von flinken Wespen und arbeitsamen Bienen, jedoch nicht von Insekten. Und weil sich diese Geschichte ausnimmt wie ein Märchen, will ich sie auch so erzählen.

Amuse-Bouche 91 bis 96

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache

Wer ein Haar in der Suppe sucht, ist pedantisch, pingelig, kleinlich, übergenau, aber auch in gewisser Weise unlauter, unredlich, denn es geht den jede Suppe durchforschenden Haarsuchenden mitnichten darum, die Wahrheit zu ergründen, sondern bloß hartnäckig nach einem fadenscheinigen Grund zu trachten, mit dem die vorgefasste Ablehnung eines Arguments, eines Gedankens, einer Ansicht begründet werden kann.

Amuse-Bouche 86 bis 90

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache, Vermischtes

Nummer 86: Obwohl Johann Peter Hebels deliziöse Kalendergeschichte «Kannitverstan» (1808) wohl alle kennen, rufe ich sie mit einer kurzen Inhaltsangabe richtig ins Gedächtnis zurück, damit wir dann eine Überlegung anstellen können, die nicht eigentlich sprachwissenschaftlich ist, aber das nicht immer …

Linguistische Amuse-Bouche 76 bis 80

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache

Die Metapher ersetzt nicht das Gemeinte durch ein konventionelles Zeichen, sondern nennt das Gemeinte, ohne es zu ersetzen, mit einem unkonventionellen Wort oder mit mehreren unkonventionellen Wörtern, wodurch eine Spannung entsteht und die Lesenden oder Zuhörenden sich die Frage stellen müssen: Warum wird dieser Gegenstand, dieser Sachverhalt, diese Person mit einem nicht konventionellen Wort bezeichnet? Warum wird das ‹Alter› hier ‹Abend› genannt? Warum steht in diesem Text ‹wir sitzen alle im selben Boot›, wo doch gar niemand in einem Boot sitzt?

Linguistische Amuse-Bouche 66 bis 70

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache, Wissenschaft

Einige schrieben von links nach rechts, andere von rechts nacht links. Am verbreitetsten war das sogenannte ‹Bustrophedon› (so, wie die Ochsen pflügen), das heißt: erste Zeile von links nach rechts, zweite von rechts nach links, dritte wie die erste und vierte wie die zweite… — an sich schon schwierig genug; aber die meisten Texte sind Fragmente! Und wie zum Kuckuck weiß ich, ob das, was ich grad vor mir habe, eine zwölfte oder eine dreizehnte Zeile ist? Und wie weiß ich, ob der Schreiber von links nach rechts oder umgekehrt angefangen hat?

Linguistische Amuse-Bouche 61 bis 65

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache, Wissenschaft

Ungefähr tausend Jahre nach Harald Blauzahn, nämlich 1997, war der Ingenieur Jim Kardach, der maßgeblich an der Entwicklung des besagten Industriestandards beteiligt gewesen war, so sehr von König Blauzahns Vereinigung Dänemarks und dessen Aufstieg zur Großmacht beeindruckt, dass er gleichsam eine Analogie zu seiner eigenen technologischen Erfindung sah, dass er sie ‹Bluetooth› nannte und des Königs Monogramm als Symbol dafür vorschlug.

Linguistische Amuse-Bouche 56 bis 60

Alberigo Tuccillo Gesellschaft, Sprache

Hey Jude, don’t make it bad, take a sad song and make it better. Remember to let her into your heart, then you can start to make it better… better… better… — Ich habe den Text heute noch mit dem Verstand genauso wenig verstanden wie Gianna Nanninis ‹…fammi l’amore, forte, sempre più forte come fosse l’America…›, aber beide Texte bringen mich zum Weinen! Vielleicht ist das, was Blaise Pascal mit dem Satz meinte: ‹Le cœur a ses raisons que la raison ne connaît point.›.